Der TVR V8S wird 30!


1991 – 2021: das erste Baujahr des V8S feiert dieses Jahr den 30sten Geburtstag und darf sich künftig mit einem H-Kennzeichen schmücken.

Der V8S sollte das neue Einstiegsmodell bei TVR werden. Er entstand aus dem Umstand heraus, dass das neue Griffith-Design auf dem Chassis der S-Serie basieren sollte, aber mit dem Rover V8 anstelle des Ford V6, mit dem die S-Serie seit der EinfĂĽhrung 1986 motorisiert wurde. Aber wie so oft brauchte TVR ein Jahr mehr Zeit, um den Griffith zur Serienreife (Verkaufsstart ab 1992) zu fĂĽhren.

TVRs Rückkehr zu der runderen Form, die in der M-Serie der 70er Jahre so erfolgreich war, wurde 1986 eingeführt. Der TVR S1, wie er genannt wurde, wurde zunächst von dem 2,8-Liter-V6-Motor von Ford angetrieben, der auch im Capri und Granada verbaut war. Dieser Motor wurde um 155 cm³ erweitert (von 2778 cm³ auf 2933 cm³), mit zusätzlichen 10 PS und 39 Nm Drehmoment, als Ford auf den 2,9-Liter-V6 umstieg, was TVR zwang, das gleiche zu tun. 1988 kam die zweite Serie auf den Markt (bekannt als TVR S2).

Im folgenden Jahr erschien bereits der S3 mit mehreren Überarbeitungen (neues Armaturenbrett, größere Türen) und 1991 wurde der S4 mit noch mehr Verbesserungen eingeführt. Die Verkaufszahlen der TVR S-Serie waren sehr gut, insgesamt wurden 2210 Exemplare mit Ford V6 verkauft. Zu dieser Zeit gab es nicht viel Auswahl für einen leistungsstarken zweisitzigen Sportwagen. Der Mazda MX-5 und der Toyota MR2 waren die Hauptkonkurrenten, zusammen mit dem MG RV8, der schließlich 1992 erschien.

Obwohl der TVR S mit Ford-Antrieb so erfolgreich war, bestand immer ein Drang zu mehr Leistung. Die Tasmins hatten anfangs ebenfalls den Ford V6 unter der Motorhaube, waren aber ab 1983 auch mit Rover V8 zu bestellen und so lag es nahe, das gleiche mit dem TVR S zu tun.

Mit einem modifizierten Chassis und einer angepassten Motorhaube, damit der auf 3.948 ccm vergrößerte Motor des 350i in den Motorraum passte, war der V8S an 1991 erhältlich. Mit einem Verdichtungsverhältnis von 10,5:1, überarbeiteten Motormanagement und einem Sperrdifferential lag die Leistung bei 240 PS und 373 Nm, welche den V8S in knapp über 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 km/h sprinten lies. Die Beschleunigung war zu dieser Zeit gleichauf mit einem Ferrari Testarossa.

Unter der Haube behielt der V8S die gleiche vordere Doppelquerlenker-Aufhängung und die hintere Längslenker-Einheit bei, jedoch mit einer etwas breiteren Spur und Scheibenbremsen rundum, während die V6-Fahrzeuge bis auf den S4C hinten nur Trommelbremsen hatten.

Es gibt ein paar kosmetische Unterschiede beim V8-Modell. Es gibt einen Höcker in der Motorhaube, der für den Einbau eines Kompressors vorgesehen war, obwohl nur ein paar aufgeladene V8S-Modelle, hauptsächlich für den italienischen Markt, hergestellt wurden. Zur Standardausstattung gehörten eine Innenausstattung aus Leder, ein Armaturenbrett aus Walnussholz, ein Verdeck aus Mohair, OZ-Leichtmetallfelgen, Fernscheinwerfer sowie elektrische Außenspiegel und Fensterheber.

Wenn man die nach vorne klappende Motorhaube anhebt, sitzt der Rover V8 hinter der Vorderachse, um der optimalen Gewichtsverteilung von 50:50 nahe zu kommen. Er ist mit einem FĂĽnfgang-LT77-Getriebe gekoppelt (wie bei den frĂĽhen Griffiths), das unter dem Armaturenbrett und dem Mitteltunnel versteckt ist, was zu einer traditionell groĂźen Mittelkonsole und einer breiten Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer fĂĽhrt.

Das Interieur ist eine geschmackvolle Mischung aus Leder und Wanussholz mit Instrumenten mit TVR-Emblem. Das geniale Design des Verdecks bietet sowohl die Targa-, als auch die Cabrio-Variante. Es besteht aus zwei Dachhälften und einem Heckteil. Zwei hintere Streben werden eingeklappt, um das Heckteil zu entlasten, sodass die beiden Dachteile abgenommen werden können. Falls gewünscht, können diese beiden hinteren Streben wieder in Position gebracht werden, um das Heckteil zu spannen (Targa). Andernfalls können sie vollständig eingeklappt und hintere Verdeck heruntergeklappt werden (Cabrio).

Die beiden Dachhälften können im Kofferraum verstaut werden, der über einen Schalter unter dem Armaturenbrett elektrisch geöffnet wird. Da die Batterie beim V8S im Kofferraum untergebracht ist, macht es Sinn den manuellen Entriegelungszug in den Innenraum zu verlängern, damit eine leere Batterie keine Katastrophe darstellt.

Mit nur 456 gebauten Exemplaren ist der V8S ein recht seltenes Exemplar der typisch britischen Roadster-Kultur. Linkgelenkte V8S sind entsprechend rar, man vermutet, dass nur rd. 10% gebaut wurden. Die Preise bewegen sich derzeit von 10.000 GBP bis 30.000 GBP für mäßig bis sehr gute Fahrzeuge.


Bilder: tvr.co.uk