Hot Start – zum zweiten! Problemlösung für Heißstartproblematik bei TVR Griffith und Chimaera

Das Problem des „Hot Starts“ ist bei Griffith- und Chimaera-Fahrern ziemlich bekannt. Es tritt häufig auf, wenn versucht wird, das Auto kurz nach dem Abstellen unter heißen Bedingungen erneut zu starten. Bei dem Versuch das Fahrzeug wieder anzulassen, hört man zwar die Benzinpumpe surren, der Anlasser aber tut keinen Mucks. Nach einer mehr oder weniger langen Abkühlphase startet der Motor dann wieder klaglos – Ursachen hierfür gibt es gleich mehrere:

I. Der Stromkreis des Magnetschalter des Anlassers und der der ECU durchlaufen beide die Wegfahrsperre, die eigentlich nicht mehr als ein Schaltkreis ist, der mittels eines IR-Senders aktiviert oder deaktiviert wird. Im Inneren des Meta-Systems befinden sich zwei kleine Schaltrelais, ein Relais mit 16 Ampere, das für den Magnetschalter vorgesehen ist und zweites Relais mit 10 Ampere, das für den ECU-Stromkreis vorgesehen ist. Grundsätzlich verdrahtete TVR diese beiden Stromkreise falsch, sodass der ECU-Stromkreis mit 10 Ampere den Magnetschalter versorgt und das Relais mit 16 Ampere die ECU versorgt, was folglich das Relais für den Magnetschalter überlastet.

Da wir wissen, dass der Widerstand in einem Stromkreis unter Hitzeeinfluss zunimmt, sollte es niemanden überraschen, dass das Problem normalerweise erst auftritt, wenn das Auto heiß ist. Idealerweise könnte man diese „Fehlverdrahtung“ der Relais im Meta-System beheben und die Schaltkreise so verdrahten, dass sie durch das jeweilige Relais mit der richtigen Nennleistung laufen. Das Problem dabei ist, dass die kleinen Schaltrelais tief im Meta-System eingegossen sind und der Austausch eines oder beider Relais ist nicht wirklich einfach und praktisch.

Die Optionen für jeden, der unter dem Problem des internen Relaisausfalls des Meta-Systems leidet, besteht entweder darin, das gesamte System zu ersetzen, was teuer, aber bei weitem der beste Ansatz ist oder das System auf den problematischen Magnetschalter des Anlassers zu umgehen, was eine kostengünstige und schnell zu realisierende Lösung darstellt, die das Problem vollständig behebt. Da die ECU noch immer vom Meta-System geschaltet wird, ist das Auto immer noch durch die Wegfahrsperre gesichert.


II. Das original 8-10mm starke Pluskabel, das von der Batterie zum Anlasser führt, ist ebenfalls stark strapaziert und meist überaltert. Da wir wissen, dass der Widerstand in einem Kabel zunimmt, je länger es ist und dieser Widerstand sogar noch mehr zunimmt, wenn das Kabel heiß wird. TVR verlegte das Kabel über den Getriebetunnel, wo es zwischen der Rückseite des Motors und der isolierten Trennwand eingeschlossen ist und somit wenig bis gar kein Luftstrom vorhanden ist. TVR senkte auch die Kosten durch die Verwendung eines Kabels von schlechter Qualität mit unzureichender Stärke. Im Laufe der Jahre erleidet dieses dünne Kabel buchstäblich Tausende von heißen / kalten Wärmezyklen, die die Korrosion des Kabels fördert und auch für Kabelbrüche sorgt. Das Ersetzen dieses original zu dünnen Kabels gegen eines mit mindestens 12mm ist daher eine sehr gute Idee. Die meisten sind jetzt schon weit über 20 Jahre alt.

III. Jeder Stromkreis ist ein Elektronenfluss, der von der Batterie auch wieder zu dieser zurückfließen muss – und dies möglichst völlig ungehindert. Um dies zu verbessern, ist es ratsam, sich auch der Masse zu widmen. Das Hinzufügen einer zusätzlichen Masse an einer stabilen Verbindung zum Motorblock unter Verwendung eines gleichstarken Kabels, das für die Plus-Verbindung (12mm) verwendet wurde, sowie das direkte Zurückführen zum Minuspol der Batterie vervollständigt den Stromkreis und verringert den Widerstand insgesamt erheblich. Der mit Abstand höchste Stromverbraucher des Fahrzeugs ist der Anlasser. Daher ist es sinnvoll dieses zusätzliche Massekabel so nahe wie möglich am Anlasser anzuschließen (untere Befestigungsschraube des Anlassers zum Motorblock).

IV. Der Anlasser in einem Chimaera oder Griffith wird sehr strapaziert, da er übermäßiger Hitze von den Auspuffkrümmern ausgesetzt ist. Zieht der Magnetschalter übermäßig viel Strom, sollte dieser gereinigt oder gar ersetzt werden. Evtl. ist auch über eine Überholung oder gar den Austausch des Anlassers nachzudenken.

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