TVR Cerbera – ein Kurzportrait

Als Peter Wheeler den TVR Cerbera auf der Birmingham Motor Show im Jahr 1994 vorstellte, war dies mehr als ein Paukenschlag. Es war die dritte Neuentwicklung unter seiner Ägide, aber sicherlich auch die überraschendste.

Der TVR Cerbera brach nämlich mit einigen Traditionen, an die man sich über Jahre gehalten hatte. Als Coupé war er geschlossen, etwas, was es seit dem Tasmin in den 80er Jahren nicht mehr gegeben hatte bei TVR. Der TVR Cerbera hatte vier Sitze (2+2-Konfiguration), auch dies hatte es nur beim Tasmin einmal gegeben. Die spektakulärste Neuigkeit aber war die Tatsache, dass in seinem Bug nicht mehr der Rover-V8 saß, sondern ein selbst entwickelter V8-Motor, der AJP-Motor. Man fürchtete bei TVR, dass wegen der Rover-Übernahme durch BMW keine Motoren von Rover mehr verfügbar sein könnten und engagiere den Renningenieur Al Melling, einen Sportwagenmotor zu entwickeln, der auch durchaus eine Rennwagenmotorisierung hätte sein können. So entsprach die Konstruktion in vielem den damals gängigen Formel-1-Motoren.

360 PS leistete der 4,2-Liter-V8, der gerade einmal gut 120 kg schwer war, später stieg die Leistung sogar mit 4,5 Liter bis auf 420 PS. Aber bereits die 360 PS beschleunigten den TVR Cerbera auf annähernd 300 km/h, was ihn zum schnellsten TVR bisher machte. Mit 1100 kg Leergewicht (Werksangabe) beschleunigte das schnelle Coupé in rund vier Sekunden auf 100 km/h.

Der Rest der Konstruktion verzichtete auf Experimente. Wie schon die Modelle zuvor saß eine Kunststoffkarosserie auf einem Rohrrahmen. Der Aufbau selbst wirkte wie ein gestreckter TVR Chimaera mit Coupé-Dach und überlangen Türen, die natürlich auch nötig waren, um die Fondpassagiere in den Wagen zu lassen.

Futuristisch war sicherlich das Interieur mit der unorthodoxen Instrumentenanordnung unten hinter dem Lenkrad und den WĂĽlsten um den Kardan- und Getriebetunnel.

1996 wurden die ersten TVR Cerbera ausgeliefert, im Jahr 2000 wurde das Styling überarbeitet, der letzte TVR Cerbera verließ das Werk um das Jahr 2004. Insgesamt sollen es knapp 1600 Exemplare gewesen sein, die nicht alle mit Zuverlässigkeit überzeugten, aber sicherlich mit exzellenten Fahrleistungen, einem ungewöhnlichen Design und einem speziell tönenden Motor.


Text: Bruno von Rotz 2016 / Bilder: shmooautomotive.co.uk

2 Gedanken zu “TVR Cerbera – ein Kurzportrait

  1. Schöner Bericht. Hinzuweisen wäre noch auf den drittem Motor, der Speed Six 4.0, der zu diesem eleganten Auto ganz vorzüglich passt.

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