TVR Griffith 200 – etwas Besonderes für Kenner und Könner!

TVR Griffith 200

„Zu verdanken hat der Griffith seine Existenz einem Scherz. Es begann Anfang der 60er Jahre in der Werkstatt des damaligen TVR-Generalimporteurs Jack Griffith auf Long Island. Dieser unterhielt zu jener Zeit auch einen privaten Rennstall. Er besaß eine AC Cobra, die bei den Veranstaltungen an der Ostküste sehr erfolgreich war. Als diese eines Tages zur Inspektion in die Halle geschoben wurde, implantierten die Mechaniker kurzerhand deren Motor in einen TVR Grantura, der gerade daneben stand und dem Rennfahrer Garry Sagerman gehörte. Als dieser nun vorbeikam, um sein Auto abzuholen, gingen ihm die Augen über. Jack Griffith hat wohl ernsthaft über diesen Ulk nachdenken müssen, denn er baute tatsächlich einen Prototypen. Dabei musste der Grantura einige wesentliche Änderungen über sich ergehen lassen. Unter anderem wurde der Gitterrohrrahmen völlig umkonstruiert, um den V8 und das Getriebe aufnehmen zu können. Ursprünglich hauste dort der vergleichsweise zahme 85-PS-Motor aus dem MG A. Die Trapezquerlenkerhinterachse erhielt zur Verbesserung der Straßenlage vier anstelle von zwei Stoßdämpfern und die Bremsanlage wurde auf Scheibenbremsen rundum umgerüstet. Erste Tests im Oktober 1963 übertrafen die kühnsten Erwartungen; der zum Tier mutierte TVR konnte auf Anhieb die von den Cobras aufgestellten Bestzeiten um Sekunden unterbieten! Derartig motiviert, machte sich Griffith an die Vorbereitungen einer Serienproduktion. Er verpflichtete TVR zur Lieferung von Rolling Chassis, die Motoren sollte Ford liefern. Man munkelt, Caroll Shelby himself habe einen Vertrag mit Ford zu verhindern versucht, befürchtete er doch die Konkurrenz für seine Cobras. Und das mit Recht, denn die hatten auf den Rennstrecken ihre liebe Not mit dem Neuen, wenn sie überhaupt Schritt halten konnten. Zunächst produzierte Griffith einige Exemplare, um sie auf der New York Motor Show 1964 präsentieren zu können. Das Publikum war ebenso erstaunt wie begeistert; die Kunde vom Cobra-Killer war dem Wagen bereits vorausgeeilt, und der Preis von 4000 Dollar (die Cobra kostete 6500 $) tat sein übriges. Doch mit der Euphorie war es nach Auslieferung der ersten Kundenfahrzeuge schnell vorbei; Überhitzungsprobleme setzten dem Vortrieb ein vorschnelles Ende. Außerdem erwies sich der Griffith in den Händen unkundiger Fahrer als schwer beherrschbar, ja lebensgefährlich. Viele der schnellen Autos wurden von reichen Bubis auf US-Highways verschrottet, und die Presse bezeichnete ihn als „waffenscheinpflichtig“. Tatsächlich konnte man den Sportwagen nicht gerade als gutmütig charakterisieren, denn er war in der Tat hoffnungslos übermotorisiert, und bedingt durch den kurzen Radstand gab es praktisch keinen Grenzbereich. So ist es verständlich, dass die verbliebenen Griffith von ihren Besitzern wie rohe Eier behandelt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel: Ronnie Farmer aus England prügelt mit seinem Griffith bei Oldtimerveranstaltungen wie in den 60er Jahren über den Rundkurs, meist verfolgt von einem grollenden Rudel Cobras, Mustangs, Ferraris und E-Types. Er lässt so die Erinnerung an diesen heute nahezu unbekannten Renner wieder aufleben.“
Quelle: http://www.raritaeten-rallye.com / Bilder: Roman Zech

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