TVR Car Club Deutschland (TVRCCD) - der deutsche Markenclub der britischen Sportwagenschmiede TVR ist ein Zusammenschluss von Besitzern, ehemaligen Haltern und Freunden von Sportwagen der Marke TVR zur Wahrung der sportlichen, technischen, touristischen und allen weiteren, mit der Fahrzeugmarke TVR zusammenhaengenden Interessen. TVR Chimaera TVR Griffith TVR Tuscan TVR Sagaris TVR T350 TVR Cerbera TVR Tamora TVR V8S TVR S-Serie TVR S4C TVR S3C TVR 350i TVR Wedge TVR Tasmin TVR Grantura TVR Vixen TVR M-Serie TVR 3000M TVR 2500M TVR 1600M Rover V8 Speed Six Speed6 SpeedSix AJP SpeedEight AJP8 Taraka TVR Youngtimer TVR Oldtimer TVR Model TVR Modelle TVR Motoren TVR News TVR Cars TVR Parts TVR Service Knowledgebase TVRCCD TVR DLT TVR Deutschlandtreffen Der TVR Cerbera – Zerberus das ‚dreiköpfige Ungeheuer‘ | TVR Car Club Deutschland

Der TVR Cerbera – Zerberus das ‚dreiköpfige Ungeheuer‘


Der TVR Cerbera – Zerberus ist das ‚dreiköpfige Ungeheuer‘ (… das in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht)

Der erste TVR mit drei Neuerungen in der Firmengeschichte:

  • Das erste Hardtop-Coupé – Griffith und Chimaera waren Cabriolets
  • Der erste 2+2-Sportwagen – frühere TVR-Produkte waren ausschließlich Zweisitzer
  • Der erste TVR mit eigenentwickelten Motor – frühere TVRs hatten Motoren von MG, Rover, Triumph oder Ford.
    Dank fünfjähriger Entwicklungszeit und zwei Jahren voller intensiver Tests auf der Rennstrecke hat der
    „Speed Eight“-Motor die höchste Leistung und das höchste Drehmoment bei geringstem Eigengewicht von allen
    Saugmotoren, die je für ein Straßenfahrzeug gebaut wurden.

Die Motoren

Vor Auflage des Cerbera hatte TVR V8-Motoren von Rover zugekauft und dann für eigene Zwecke getunt. Als Rover von BMW aufgekauft wurde, wollte Peter Wheeler keine Probleme für den Fall riskieren, dass die Deutschen die Fertigung dieses Motors einstellen würden. Daher beauftragte er Renningenieur Al Melling mit der Konstruktion eines V8-Triebwerks, das TVR selbst herstellten konnte und evtl. anderen Automobilherstellern sogar zum Kauf anbieten konnte. In einem Interview im BBC-Programm Top Gear erklärte Wheeler: „Ursprünglich haben wir den Motor als Renntriebwerk entworfen. Damals war es meine Idee, dass wir, wenn wir expandieren wollten, etwas brauchten, was wir anderen Leuten verkaufen könnten. So kamen wir schließlich zu einem 75°-V8-Motor mit einer flachen Kurbelwelle („flat plane“). Der Grundmotor entspricht genau dem, was man heute bei einem Formel 1-Motor sieht.“

Wheeler wird mit der Äußerung aus der Zeit der Vorstellung dieses Autos zitiert, dass die Kombination von geringem Gewicht und hoher Motorleistung zu viel für ein Straßenfahrzeug sei, eine Einschätzung, die ihm viel kostenlose Publicity in der Presse sicherte. Enthusiasten streiten noch darüber, ob dies ein typisches Beispiel für Wheelers legendäre Freizügigkeit oder ein ebenso typisches Beispiel für die Idee von PR-Chef Ben Samuelson, Werbekosten zu sparen, indem er eine Geschichte lancierte.

Das Ergebnis wurde Speed Eight (offizielle Bezeichnung: AJP8, nach Al Melling, John Ravenscroft und Peter Wheeler) genannt, ein 4,2 l-V8, der 360 bhp (265 kW) lieferte. Es gab später auch eine größere Version dieses Motors mit 4,5 l Hubraum und einer Leistung von 420 bhp (309 kW). Diese größere Version war auch mit einer Kurbelwelle aus Stahl versehen, die stabiler und zuverlässiger ausfiel. Der kleinere Motor verhalf dem Cerbera immer noch zu einer Höchstgeschwindigkeit von 296 km/h.

Der AJP8 hat eine der größten Literleistungen eines V8-Saugmotors in der gesamten Autowelt, 83,3 bhp/l als 4,2 l-V8 und 93,3 bhp/l als 4,5 l-V8. Spätere Modelle des 4,5 l-Motors waren in Red-Rose-Spezifikation verfügbar, die die Leistung auf 440 bhp (324 kW) steigerte, was einer Literleistung von 97,7 bhp/l entsprach. Voraussetzung war die Versorgung des Motors mit Super bleifrei-Benzin und die Betätigung eines nicht bezeichneten Knopfes am Armaturenbrett durch den Fahrer, der die Motorcharakteristik entsprechend einstellte.

In einigen Fällen leisteten die V8-Motoren (insbesondere der 4,5 l) tatsächlich weniger als von TVR angegeben. Einige davon wurden irgendwie modifiziert (ECU, Ansaugsystem, Auspuffsystem), um die tatsächlich abgegebene Leistung der vom Werk angegebenen wieder anzunähern.

Eine besondere Anziehung übte die Eigenschaft der V8-Cerberas auf viele Käufer aus, laute Fehlzündungen zu produzieren, üblicherweise, wenn man das Gas wegnahm, und teilweise auch bei niedrigen Geschwindigkeiten. Diese Eigenschaft war ein Diskussionspunkt im Werk zwischen der Geschäftsleitung und den Motorenentwicklern. Die Ingenieure wollten die Motoren so einstellen, dass die Fehlzündungen vermieden wurden, um den Benzinverbrauch und die CO2-Emissionen zu vermindern, während die Geschäftsleitung darauf bestand, dass die Fehlzündungen genau das waren, was die Kunden wünschten. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss, bei dem nur der 4,5 l-Motor seine aggressive Einstellung behielt.

Der Motor baut auch sehr kompakt für einen V8. Laut TVR wiegt der betriebsfertige Motor nur 121 kg und erzielt die höchste Leistung und das höchste Drehmoment bei geringstem Eigengewicht von allen Saugmotoren, die je für ein Straßenfahrzeug gebaut wurden.

Nachdem Peter Wheeler den Erfolg des Speed-Eight-Motors gesehen hatte, ließ er auch einen Speed Six-Motor als Ergänzung konstruieren. Auch dieser Motor wurde zuerst im Cerbera eingesetzt. Anders als der Speed Eight ist der Speed Six ein Reihensechszylinder mit 4,0 l Hubraum. Er unterscheidet sich vom V8 auch durch seine vier Ventile pro Zylinder.

4,2 l-Modell (ab 1996)

  • Motorentyp: V8 SOHC
  • Hubraum: 4185 ccm
  • Leistung: 265 kW (360 PS)
  • Drehmoment: 434 Nm bei 4500 min−1
  • Roter Drehzahlbereich: ab 7000 min−1
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 4,2 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 296 km/h

4,5 l-Modell (ab 1999)

  • Motorentyp: V8 SOHC
  • Hubraum: 4475 ccm
  • Leistung: 309 kW (420 PS)
  • Drehmoment: 515 Nm bei 4500 min−1
  • Roter Drehzahlbereich: ab 7000 min−1
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 3,9 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 312 km/h

4,0 l-Speed 6-Modell (ab 1999)

  • Motorentyp: R6 DOHC
  • Hubraum: 3996 ccm
  • Leistung: 285 kW (360 PS)
  • Drehmoment: 420 Nm bei 5250 min−1
  • Roter Drehzahlbereich: ab 7000 min−1
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 4,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 298 km/h

Das Konzept

Der Wagen wurde von Anfang an als Viersitzer konzipiert. Die Rücksitze sind kleiner als die Vordersitze, was man üblicherweise als 2+2 bezeichnet. Jedoch ist der Innenraum ist so ausgelegt, dass der Beifahrersitz weiter nach vorn geschoben werden kann als der Fahrersitz. Das verschafft dem Rücksitzpassagier, der hinter dem Beifahrer sitzt, mehr Beinfreiheit als dem, der hinter dem Fahrer sitzt. TVR nennt dies 3+1-Konstruktion.

TVR pflegte die Tradition im Bau von Autos, die nicht nur besonders stark waren, sondern auch sehr leicht für ihre Größe und ihre Fahrleistungen. Das Gewicht des Cerbera wird vom Werk mit 1.100 kg angegeben, aber die Kunden meinen, dass das tatsächliche Gewicht zwischen 1.060 kg und 1.200 kg liegt.

Das Armaturenbrett wurde extra für den Cerbera entworfen und hat, anders als die anderen mit Dreispeichenlenkrad ausgerüsteten Schwestermodelle, ein Zweispeichenlenkrad. Der Grund hierfür ist, dass die kleineren Instrumente in eine kleine Konsole unterhalb des Lenkrades eingebaut sind, und eine dritte Speiche würde das Ablesen erschweren.

Wie alle TVR der Peter-Wheeler-Ära hat auch der Cerbera einen langen Pedalweg für das Gaspedal, um das Fehlen einer elektronischen Traktionskontrolle auszugleichen, und eine sehr direkte Lenkung. Die Wagen mit V8-Motoren haben zwei volle Lenkradumdrehungen von Linkseinschlag zu Rechtseinschlag, die Speed-Six-Wagen, 2,4 Umdrehungen. Dies macht es für erfahrene Fahrer leichter, die Herrschaft über das Fahrzeug zu behalten oder wiederzugewinnen, wenn es ausgebrochen ist, aber einige weniger erfahrene Lenker beklagen, dass dies das Auto nervös macht, weil es stärker auf Lenkbewegungen reagiert, als man sich das sonst wünschen würde.

2000 änderte TVR das Design der Autos leicht, indem sie die Scheinwerfer denen des Tuscan ähnlicher gestaltete. Dieses Facelift war für alle drei Motorisierungen erhältlich. Zusätzlich wurden die mit 4,5 l-Maschine ausgerüsteten Autos auf Wunsch mit einem Gewichtssenkungspaket angeboten, was sie insgesamt 40 kg leichter machte. Dies wurde durch leichtere Karosserieteile und ein leicht überarbeitetes Interieur erreicht.

Die Zuverlässigkeit war immer ein Problem beim Cerbera, genauso wie bei einigen anderen modernen TVR. Die mechanischen Komponenten waren, wie man von Besitzern hört, weniger ein Problem als die elektrischen, was aber nichtsdestoweniger lästig war. Dennoch beherrschten die immensen Fahrleistungen des Autos meist die Zeitungsüberschriften. Nach einem enthusiastischen Testbericht in der BBC-Sendung ’Top Gear’ und einigen Zeitungsartikeln, die das Fahrzeug als „Porschekiller“ beschrieben, stieg seine Popularität (und Bekanntheit).

Produktionszeit: 1996 bis 2003

Produktion 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004
Stückzahl 2 195 419 326 217 125 94 69 34 9

Stückzahl: 1490 (gesamt)


Text: wikipedia.de / Bilder: shmooautomotive.co.uk